Die Arbeiten von Judith Reßler spiegeln die emotionale Stimmung sowie das eigene Leben der Künstlerin wieder. Obwohl ihre Bilder meist mit ihrer Person zu tun haben sind die Inhalte der Werke allgemein gehalten. So gibt die Künstlerin dem Betrachter die Möglichkeit sein eigenes Thema im Bild zu finden.

Arbeiten wie z.B. die Fehleinschätzung zeigen allgemein gehaltene Frauenkörper die sich selbst verformen, ziehen ja fast schon brutal zu zerreißen versuchen. Man könnte meinen es geht um ein klassisches Frauen Thema, die Figur. Tatsächlich zeigt es doch vielmehr die allgemeine Gefühlssituation eines Menschen. Zerrissenheit,Unsicherheit, Wut, Aggression werden auf eine bestimmte Geste reduziert. Woher diese Emotionen kommen, das bleibt dem Betrachter überlassen. Dieser Ansatz zieht sich durch alle Arbeiten von Judith Reßler.

In den letzten Jahren erkennt man einen deutlichen Prozess in den Bildern. Sie reduziert Farbe und Form. Die Leinwand bleibt meist offen dient rein als Bildträger und nicht als Begrenzung. Erste Ansätze findet man in ihrer Wasser Serie (2009) hier verschwimmen Körperteile, werden verzerrt und es gibt keine klaren Begrenzungen.

Charakteristisch für die Arbeiten von Judith Reßler ist auch das Herauspicken einzelner Körperteile. So entstehen Bilder mit überdimensionalen Körperregionen, Hände und Figuren die frei im Nichts schweben. So detailgetreu manche Bilder sind, umso grober und wilder sind wiederum andere. Es scheint als würde die Farbe in einem spontanen Akt einfach auf die Leinwand geworfen werden.